Das Herz Georgias begeistert mit einer Vielzahl an malerischen Plätzen und prächtigen Villen, die sich wie Perlen entlang des Antebellum Trails aneinander reihen. Der 160 Kilometer lange Trail wurde 1985 ins Leben gerufen und verbindet die Universitätsstadt Athens mit dem vornehmen Macon. Bei einer Fahrt mit dem Auto oder dem Rad entlang dieser aussichtsreichen Route wird der Zauber des traditionsreichen Südens sichtbar.
Der Trail beginnt in Athens, ca. 100 Kilometer östlich von Atlanta, am Fuße der Blue Ridge Mountains. Athens ist die Heimat der University of Georgia, die 1785 als erste staatliche Universität der USA gegründet wurde. Kunst- und Geschichtsliebhaber sollten das Georgia Museum of Art und das T.R.R. Museum aus dem Jahre 1854 besuchen.
Im ortsansässigen Georgia Museum of Art werden 9.000 Kunstwerke sowie wechselnde Ausstellungen darge-boten. Einen Blick in die Vergangenheit bietet das T.R.R. Cobb House Museum aus dem Jahre 1854. Es beherbergt eine umfassende Sammlung mit Artefakten zum amerikanischen Bürgerkrieg.
Die Neuzeit wird in Athens durch eine lebendige Musik- und alternative Rockszene bestimmt, die ihren Anfang in den 1980ern nahm. Weltbekannte Bands wie die B52’s und R.E.M. haben dort ihre musikalischen Wurzeln und man kann ihre Geschichte auf einer Music History Walking Tour nachver-folgen. Über 30 Musikclubs und das alljährliche AthFest mit mehr als 120 Bands setzen die Tradition fort.
Watkinsville
Dem Antebellum Trail folgend erschließt sich von Athens aus das Städtchen Watkinsville, das durch seine traditionelle Architektur sowie Kleinstadtflair bezaubert. Dort wohnen mehr Künstler als an einem anderen Ort in Georgia und Reisende können sich beim Töpfern und Malen selbst versuchen beziehungsweise in kleinen Kunstgalerien nach Schätzen stöbern. Zu den bekanntesten Sehens-würdigkeiten im Ort gehören das Eagle Tavern Museum aus dem späten 17. Jahrhundert und das Bed & Breakfast The Ashford Manor mit seiner verspielten viktorianischen Architektur.
Madison
Madison wurde vielfach zur schönsten Kleinstadt Amerikas gekürt. Nachdem General Sherman Atlanta in Brand steckte und Richtung Meer marschierte, verschonte er die Stadt und so blieb das Kleinod mit seiner imposanten Antebellum-Architektur vollständig erhalten. Bemerkens-werte Zeitzeugen sind das Bed & Breakfast Madison Oaks Inn & Gardens sowie das Museum Heritage Hall. Dieses verfügt noch über originale Fensterscheiben, in die einst junge Southern Belles mit den Diamanten ihrer Verlobungsringe ihre Namen ritzten, um deren Echtheit zu prüfen.
Auch ein Deutscher hat in Madison seine Spuren hinterlassen. Das Steffen Thomas Museum of Art bewahrt nicht nur seine expressionistischen Kunstwerke, sondern dient zugleich als Bildungsstätte für Kinder und Familien, die ihr kreatives Talent entdecken und fördern möchten. Um Madison lockt Georgias größter State Park - der Hard Labor Creek State Park - mit allerlei Aktivitäten in der freien Natur. Pferdefreunde frönen ihre Leidenschaft auf der Southern Cross Guest Ranch und auf Golfer warten preisgekrönte Golf Plantagen wie Cuscowilla, Reynolds Landing, Harbor Club oder Reynolds Plantation.
Eatonton
Der nächste Stopp auf der Route ist Eatonton. Eingebettet zwischen Lake Oconee, Lake Sinclair und dem Oconee National Forrest bietet der Ort nicht nur unzählige Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten und Golf, sondern auch mehr als 100 Häuser im Antebellum- und viktorianischem Stil. Panola Hall ist eines der bekanntesten Häuser des Örtchens, vor allem weil dort Geist Sylvia ihr Unwesen treiben soll. Die Legende besagt, dass sie so eingebildet ist, dass sie sich nur Menschen zeigt, die ihrem sozialen Status ebenbürtig sind. Als Geburtsstadt der Autoren Alice Walker (Die Farbe Lila) und Joel Chandler Harris (Uncle Remus Tales) würdigt Eatonton seine bekannten Einwohner mit dem Uncle Remus Museum sowie dem Alice Walker Driving Trail.
Milledgeville
Die „Antebellum Hauptstadt Georgias” trägt ihren Beinamen zu Recht und noch heute weht der Hauch des alten Südens durch die Straßen. Von 1803 bis 1868 war Milledgeville Hauptstadt von Georgia und das Old State Capitol sowie die Old Governor’s Mansion zeugen von dieser Zeit. Heute tauchen Besucher mit einem Trolley in die Geschichte der Stadt ein und besichtigen beeindruckende Bauten wie Lockerly Hall, das Haus der Autorin Flannery O‘Connor oder den Memory Hill Cemetery als die letzte Ruhestätte von vielen lokalen Berühmtheiten.
Gray/Old Clinton
Einst eine geschäftige Stadt an Georgias Westgrenze, scheint die Zeit im benachbartem Gray/Old Clinton still zu stehen. Sehenswert ist die nahe Jarrell Plantation, eine Baumwollplantage, die seit über 140 Jahren im Besitz ein und derselben Familie ist. 15 Kilometer von der Plantage entfernt befindet sich der kleine Ort Juliette mit dem Whistle Stop Café. Filmfans erkennen in sicher als Schauplatz und Drehort des Klassikers Grüne Tomaten wieder.
Macon
Endpunkt des Antebellum Trails ist Macon, das sogenannte Herz Georgias und Schauplatz des Cherryblossom Festivals. Jedes Jahr zwischen Mitte März und Anfang April verwandeln 300.000 Yoshino Kirschbäume die Stadt in ein pink-weißes Blütenmeer. 6.000 historische Gebäude, etliche in den Abendstunden effektvoll mit Licht in Szene gesetzt, bestimmen die Kulisse Macons. Eine wahre Augenweide ist das Hay House, das auch Palast des Südens genannt wird.
Eine der umfassendsten Kollektionen zu Afro-Amerikanischer Kunst, Kultur und Geschichte im Südosten der USA offeriert das Tubman African American Museum. Über ein Stück Deutschland verfügt die St. Joseph Catholic Church mit ihrem Rosetten-Buntglasfenster, das im Studio von Franz Mayer in München hergestellt wurde.
Macon hat zudem als Heimatstadt von Sänger Otis Redding, Little Richard und den Allman Brothers eine lange Musikgeschichte, die Besucher während einer Rock Candy Tour kennenlernen können. Das Big House der Allman Brothers Band ist heute ein Museum und beherbergt die weltweit größte Sammlung zur Bandgeschichte.